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Schulgeschichte 2017-09-09T21:02:06+00:00

Theresia Gerhardinger – mutig, glaubensstark, weltoffen

Theresia Gerhardinger (*1797, +1879) aus Stadtamhof bei Regensburg, die Papst Johannes Paul II. am 17. November 1985 seliggesprochen hat, gilt als Pionierfigur für die Bildungsgeschichte nicht nur Bayerns und für die Entwicklung der modernen religiösen Frauengemeinschaften. Gegen hartnäckige Widerstände aus bürgerlichen und kirchlichen Kreisen setzte die unscheinbare, aber ungemein zähe Ordensfrau um die Mitte des 19. Jahrhunderts ihr Modell von Mädchenbildung durch: eine realistische, an den Bedürfnissen der ärmeren Schichten vor allem in Dörfern und kleinen Städten orientierte Art von Erziehung.

Geschichte der Schule

Die Vorgeschichte der Realschule in Weichs beginnt im Jahre 1853. Der damalige Weichser Pfarrer, Georg Baustädter, wollte zusammen mit seinem Bruder dem Bildungsnotstand in der Pfarrei abhelfen. Deshalb kauften die beiden Brüder das ziemlich verfallene Weichser Schloss und übergaben es an die Stifterin der Schulschwestern, Mutter Theresia Gerhardinger. Über 80 Jahre lang führten die Schulschwestern in Weichs zunächst eine Lehrerinnenbildungsanstalt für den Ordensnachwuchs, die sog. Präparandie. 1937 verbot Hitler weitere Aufnahmen von Schülerinnen.
In den Kriegsjahren des 2. Weltkrieges wurde das Gebäude schließlich für verschiedene Zwecke beschlagnahmt: Aussiedler, Kinderlandverschickung, Unterbringung einer SS-Gruppe.
Nach dem Krieg, als 1945 die Räumlichkeiten wieder von den Schwestern genutzt werden konnten, waren sie in einem sehr desolaten Zustand. Trotzdem begannen die Weichser Schwestern bereits 1946 mit dem Unterricht der „Präparandinnen“, jetzt Oberschülerinnen. 1952 begann die eigentliche Geschichte der Realschule Weichs. In diesem Jahr nämlich beschloss die Ordensleitung die Oberschule von Weichs nach München zu verlegen, die Mittelschule für den klösterlichen Nachwuchs dagegen nach Weichs. So kamen am 1. September 1952 insgesamt 79 Mädchen in die Mittelschule nach Weichs. Die Ausstattung der Schule war sehr schlecht, so musste z. B. die Schulküche mit zusammengesuchtem Geschirr vorlieb nehmen und im Handarbeitszimmer standen museumsreife Nähmaschinen.

Doch das Wichtigste in der Schule war vorhanden: große Motivation und Lernfreude.
Zunächst war die Schule in Weichs eine reine Heimschule, die Mädchen waren auch an den Wochenenden hier und kamen nur in den Weihnachts-, Oster- und in den großen Ferien nach Hause. So bestand das Schulleben nicht nur aus Lernen, es gab auch viele „Freizeitangebote“: Instrumente spielen, Basteln, Handarbeiten, Theaterspiel. Die Schülerzahlen stiegen an und schließlich nahm die Schule auch sog. „externe“ Schülerinnen auf, solche, die nicht im Internat untergebracht waren. Mittlerweile wurde das Internat ganz aufgelöst.
Seit dem Jahr 2004 nimmt die ehemalige Mädchenrealschule in Weichs auch Buben auf und trägt den Namen der Ordensgründerin der Armen Schulschwestern: Theresia Gerhardinger.